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Neu entdeckt - neu entwickelt
STROH - ein Jahrtausende altes Kulturgut in der ökologischen + ökonomischen Anwendung
STROH wird als Sammelbegriff fĂĽr ausgetrocknete Halmen und Stengeln
aus gedroschenen, vornehmlich GETREIDE/- Ă–l- und Faser/- sowie bestimmter Blatt- und Wasser-Pflanzen, verstanden. Die Bedeutung von STROH geht weit in die erdgeschichtliche Zeit zurĂĽck. Seit Halmen- und Stengel-Pflanzen den Erdball wild bewuchsen/bewachsen,
gibt es auch STROH, wenngleich nicht im heute verstanden Sinne. Schon früh wurde STROH von der pflanzen-fressenden Fauna als Narungs-Quelle entdeckt und zudem zum Nest- und Höhlenbau verwendet. Nicht nur von
Reptilien und Vögeln. Doch erst durch den Homo Sapiens, der vor rund 40.000 Jahren als vorläufig letzte Entwicklungsstufe der Menschwerdung auftrat, wurde STROH im Laufe der Jahrtausende zum wichtigen,
unverzichtbaren KULTURGUT.
Über die Stadien Sammler und Jäger entwickelte der Mensch Ackerbau und Viehzucht auf der ständigen Suche nach neuen Nahrungsmittel und wurde dadurch sesshaft .
Mit dem Ackerbau begann die Kultivierung von Wildpflanzen in Nutzpflanzen. Getreide-Pflanzen gehören sicher zu den allerersten Bemühungen. Gerste, Roggen, Hafer, vor allem Weizen wurden erfolgreich
veredelt/gezüchtet. Funde von Strohresten belegen, dass z.B. in Ägypten, nahe Assuan, schon vor ca. 17.000 Jahren
Gerste und STROH genutzt und verarbeitet wurden. Sicher ist auch, dass vor ca. 10.000 Jahren in Mesopotamien (heutiger Irak-Syrien) Weizen und Gerste landwirtschaftlich angebaut wurde! Die zunehmende Urbanisierung bedingte feste und witterungs-resistente Unterkünfte für Mensch und Tier, klima-ausgleichende Wände, vor allem Dächer wurden gebraucht.
STROH wurde zum wichtigsten Baustoff schlechthin. Es entwickelte sich ein Stroh- Handwerk und sogar Kunsthandwerk. Zahlreiche Beispiele von kunstvollen
Flecht- Produkten, wie Körbe, Schalen, Strohhüte, Matten etc. zeugen eindrucksvoll von dieser Kunstfertigkeit. Als Reet-Dach und als Mörtel-Verfestiger erlebte STROH eine weitreichende Bedeutung, die bis in die jüngste Gegenwart anhält. STROH findet sich in der praktischen Anwendung auf allen Fünf Kontinenten – in allen Kulturen.
STROH konnte seine wichtige Position bis in die JETZT-Zeit beibehalten. Der explosiv wachsende Getreideanbau in der gesamten Welt bescherte immer höhere Strohmengen. STROH ist auch heute die Grundlage
der modernen Land- und Viehwirtschaft - als Nahrungs- und Pflege- und Erhaltungsmittel. Dennoch verbleiben die weitaus größeren Anteile von STROH im technischen Sinne ungenutzt und werden letztlich den Böden unter-gemischt.
Durch den technischen Fortschritt im Industriezeitalter bedingt, gerieten viele gute Erkenntnisse und Erfahrungen in Vergessenheit. Auch STROH als Baustoff blieb nicht ausgenommen und wurde den letzten 150 Jahren mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt. Die wertvollen Erkenntnisse seiner bauphysikalischen Eigenschaften und deren Nutzbarkeit wurden weitgehend verschüttet und fortan kaum noch genutzt.
Erst der in jĂĽngster Zeit und dem bewusst werdenden Klimawandel, verbunden mit der kategorischen Forderung nach
Ressourcen-schonenden und Klima-unschädlichen Rohstoffen und die wachsende Sehnsucht der Menschen nach wieder mehr NATUR führte zu einer Neu-Orientierung auf neue –oder schon vergessene- Roh/-Naturstoffe.
Es ist der Kreativität moderner Unternehme(r)n sowie den heutigen technologischen Möglichkeiten zu danken, das der nach-wachsende
NATUR-WERKSTOFF STROH heute u.a. als Energieträger, z.B. für BIO-Kraftheizwerke- und Kraftstoffe sinnvoll genutzt werden kann. Diese Entwicklung steht jedoch noch in den ersten Anfängen und wird diversifiziert.
Zwar wurde/wird STROH auch im Industriezeitalter sporadisch als Bau- und Dämmstoff
genutzt, z.B. als Stroh-Ballen-Konstruktionen, doch ist die Verwendung stark eingeschränkt aufgrund des sehr hohen Volumen-Umfanges sowie der erhöhte Brandanfälligkeit.
Logisch und konsequent musste daher die Entwicklung auch eines f e s t e n BAUSTOFFES sein, der die Anforderungen an moderne und ökologische Baustoffe mit den historischen Erfahrungen und Werten
nutzbringend verbindet.
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